Die
Kanarische Insel Lanzarote
Fakten:
Größe: 795 km²
Einwohner: ca. 75.000
Hauptstadt: Arrecife (ca. 35.000 Einwohner)
Das
Feuer der Erde schuf eine Insel der Naturwunder.
Vor ca. 20 Millionen Jahren formierte sich Lanzarote
durch Vulkanausbrüche und war bis zum 1. Jahrhundert
nach Christus offenbar unbesiedelt. Im Jahre 1402
wurde sie vom französischen Normannen Jean
de Béthencourt erobert. Am 1. September 1730
wurden die Vulkane wieder aktiv und die Ausbrüche
dauerten sechs Jahre lang. Die Lavamassen begruben
etwa ein Drittel der Insel Lanzarote unter sich,
insgesamt wurden elf Dörfer von der Lava verschüttet
und es entstanden 32 neue Krater. Im Jahre 1824
brachen erneut Vulkane aus und begruben weitere
zehn Ortschaften unter sich.
Obwohl
die Insel relativ klein ist, überrascht sie
mit sehr unterschiedlichen Landschaften: In den
"Montañas del Fuego" - den Feuerbergen,
und heutiger Nationalpark Timanfaya, findet man
endlose Lavafelder, schwarze, erstarrte Schlacke,
die wie eine Mondlandschaft anmutet. Und trotzdem
entdeckt man hier die herrlichsten Farben im Zusammenspiel
mit Sonne, Licht und Gestein, dazwischen ein paar
Gräser und Büsche, die sich über
die Jahre einen Weg inmitten dieser unwirklichen
Landschaft gebahnt haben. Weiter nördlich beginnt
das bekannte Weinanbaugebiet um La Geria, wo grüne
Weinreben, geschützt von kleinen Natursteinmauern,
in den meist blauen Himmel ragen. Trotz wenig Regens
und der trockenen Erde gedeiht hier ein ausgezeichneter
und mittlerweile weltweit bekannter Wein, dank des
"Picons" (Lavakies), der die Feuchtigkeit
aus der Luft speichert und an die Weinpflanzen weitergibt.
Im Norden dann ist noch ein Rest der vor den Vulkanausbrüchen
betriebenen Landwirtschaft zu finden, hier gedeihen
Zwiebeln, Kartoffeln, Mais, Tomaten und die leckeren
Kaktusfrüchte. Durch die Höhenlage ist
es hier meist etwas kühler und feuchter, und
daher auch grüner. In den Regenmonaten von
November bis Februar, wenn es denn regnet, wandelt
die Insel ihr
Kleid, und überall sprießen kleine Pflänzchen
und Blümchen aus der braunen, trockenen Erde.
Auf
Lanzarote wird es meisten nie zu heiß und
länger andauernde Schlechtwetterphasen gibt
es kaum. Die Durchschnittstemperatur im Sommer liegt
bei 24° Celsius, im Winter bei ca. 19° Celsius.
Das ganze Jahr über herrschen relativ gleichbleibende
Temperaturen, und im Herbst und Winter gibt es hin
und wieder ein paar Regenschauer. Der meiste Regen
fällt zwischen Dezember und Februar und der
Nord-Ost Passat sorgt oft für einen kräftigen
Wind.
Vor
dem großen Tourismusboom in den 70er Jahren
waren Fischfang und Landwirtschaft die einzige,
wirtschaftliche Grundlage für die Einwohner.
Erst der Tourimus brachte ihnen eine gesicherte
Existenz, und viele, die damals nach Südamerika
ausgewandert waren, kamen wieder zurück. Es
entstanden drei größere, touristische
Zentren: Costa Teguise, Puerto del Carmen und Playa
Blanca, hier finden sich die meisten Hotels, Appartments,
Restaurants, Discotheken und andere, touristische
Einrichtungen.
Im
Jahre 1987 wurde Lanzarote von der Welt Tourismus
Organisation zu einer der sechs weltweit zu erhaltenden
Landschaften erklärt, im Jahre 1994 wurde sie
von der UNESCO zum Biosphären Reservat ernannt.
Trotz des Beitritts Spaniens in die EU im Jahre
1986 behielten die Kanarischen Inseln den Sonderstaus
der Freihandelszone, Zigaretten und Alkohol sind
hier immer noch günstiger als in der übrigen
Union.
Eines
sollte noch in Zusammenhang mit der Insel Lanzarote
erwähnt sein, denn das eine kann oder konnte
nicht ohne das andere: der berühmte Künstler
César Manrique. Er wurde 1919 in Arrecife
geboren und verbrachte seine Jugendzeit auf Lanzarote.
Nach 23 Jahren kehrte er dorthin zurück und
setzte sich sehr aktiv für den Umweltschutz
der Insel ein. Dank ihm zeichnet sich Lanzarote
heute noch von den anderen Schwesterninseln ab:
ein einheitlicher Baustil, wenige, mehrstöckige
Hotelanlagen und viele, von ihm gestaltete Sehenswürdigkeiten
auf Lanzarote, die Sie u.a. im Anhang finden. Leider
verstarb Manrique im Jahre 1992 bei einem Autounfall
und damit ein wahrer Held, der sich mit viel Mut
und Engagement für das Zusammenspiel von Natur
und vom Menschen Geschaffenen einsetzte und versuchte,
eine unkontrollierte, von der Umwelt entfremdete
Entwicklung des Tourismus zu verhindern.
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